Befruchtertabellen - Pflanzen Handel Müller GmbH

Informationen zur Befruchtung von Obstgehölzen

In den meisten Fällen, stellt sich die Befruchtung von Obstbäumen nicht als Problem dar, weil zumeist in der unmittelbaren Umgebung ein geeigneter Befruchterbaum zu finden ist. Trotzdem möchten wir Sie an dieser Stelle über die Befruchtungsverhältnisse bei Obstgehölzen informieren. Im Einzelfall muss die Befruchtungssituation überprüft werden, wenn sich trotz regelmäßiger Blüte keine Früchte entwickeln.

Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäume benötigen meist eine Befruchtersorte, um zu tragen. Fast alle Äpfel und Birnen sowie die meisten Kirschen und einige Pflaumen sind selbststeril, d.h. der eigene Pollen keimt auf der Narbe nicht und es erfolgt keine Befruchtung, also wächst auch kein Obst. Daher sind zur Befruchtung Pollenspender erforderlich.

Obstbäume werden von Bienen bestäubt, daher sollten die Befruchterbäume höchstens eine "Bienenflugweite" voneinander entfernt stehen. Dies können auch einige hundert Meter sein, allerdings ist die Befruchtung besser abgesichert, wenn die Bäume näher aneinander stehen, oder aber ein reich und lange blühender Zierobstbaum in der Nähe die Bienen anlockt.

Bei selbstfruchtbaren Sorten ist theoretisch kein Befruchter notwendig, allerdings erhöht Fremdbefruchtung den Ertrag deutlich.

Triploide Apfel- und Birnensorten können andere nicht befruchten; es müssen zwei weitere (diploide) Bäume unterschiedlicher Sorte gepflanzt werden, damit auch die Befruchtersorten untereinander mit Fremdpollen befruchtet werden und tragen.

Nashis (Asienbirnen, Apfelbirnen; Pyrus pyrifolia) werden sowohl von allen mitteleuropäischen Birnen als auch von anderen Nashis befruchtet. Im Zweifel sorgt die Sorte ‚Hakko‘, eine Säulennashi, für reichliche und langanhaltende Blüte.

Quitten sind meistens selbstfruchtbar und benötigen in der Regel keine Befruchterpflanze.

Pfirsiche, Nektarinen und Mandel sind ebenfalls selbstfruchtbar, allerdings erhöht der Pollen einer anderen Sorte den Ertrag. Für Aprikosen gilt dasselbe.

In unserem Sortiment finden sich auch zweihäusige Pflanzen, bei denen für eine gesicherte Fruchtbildung der weiblichen Pflanze zwingend eine männliche Bestäuberpflanze benötigt wird, um Obst zu erhalten. Dazu gehören der Sanddorn und die Kiwi-Arten und Kiwi-Sorten.

Sämtliches Beerenobst (Johannisbeere, Stachelbeere, Aronia, etc) ist selbstfruchtbar. Aber auch hier gibt es besseren Fruchtertrag, wenn andere Sorten in der Nachbarschaft stehen, damit das Bestäubungspotential größer und gesicherter ist.

In den Befruchtertabellen werden die wichtigsten Sorten mit dem entsprechenden Blütezeitraum angegeben. Nachfolgend sind einige Sorten genannt, die sich besonders gut als Befruchter für die jeweilige Sorte eignen. Sie ist ein Richtwert mit Beispielen. Häufig findet die Befruchtung immer innerhalb des gemeinsamen Blütezeitraumes statt, wobei sich die Blütezeiträume auch um eine Kategorie überschneiden können. Im Einzelfall sollte dann tatsächlich darauf geachtet werden, daß nicht ein früh blühender Apfelbaum und ein spät blühender Apfelbaum ausgewählt werden, wenn nur diese zusammen stehen.